Aktuelles‎ > ‎

Zwischen Bütt & Politik. Karneval und Fasching in der DDR - SCV stellt Ausstellungsstücke für Volkskundemueseum

veröffentlicht um 26.01.2016, 02:35 von Udo Key   [ aktualisiert: 26.01.2016, 02:35 ]
Das Volkskundemuseum Erfurt hat derzeit eine Sonderausstellung zum Thema Karneval. Zum Thema Bütt&Politik. Karneval und Fasching in der DDR hat auch der SCV einige Ausstellungsstücke
als Leihgabe zur Verfügung gestellt. Ein Besuch der sich bestimmt lohnt.


Hier die Infos von obiger Seite dazu:
27.01. -28.02.2016

Zwischen Bütt & Politik. Karneval und Fasching in der DDR
(Kabinettausstellung)

Fasching oder Karneval gehörten in der Deutschen Demokratischen Republik zum familiär-geselligen Leben einfach dazu: Zu den "tollen" Tagen um den Fastnachtsdienstag herum, eher vereinzelt auch schon zum 11.11., waren Kostümierungen, Tanz, Speis und Trank, mancherlei Darbietungen und lustige Spiele für Kinder wie Erwachsene angesagt.
Es war eine besondere Zeit im Jahreslauf, dessen war man sich bewusst, wobei die verwickelte, vielschichtige Geschichte und Deutung der althergebrachten Fastnachts- und Vorfrühlingsbräuche natürlich die wenigsten interessierte. Es ging um Geselligkeit und Kreativität, Ausgleich zum mitunter schwierigen und tristen DDR-Alltag. Einige, darunter gebürtige Rheinländer, schritten zur (organisierten) Tat: Mit der Überwindung des Stalinismus vor Mitte der 1950er Jahre begann in der jungen DDR eine Gründungswelle von Karnevalsklubs. Hier blühte nicht nur derb-fröhliches Ritual, sondern auch die politische Satire – beheimatet "in der Bütt". Einfallsreich, mutig, provokant und ohne kommerziellen Hintergrund (!) kritisierte man, machte öffentlich, was von offizieller Seite tagtäglich verschwiegen wurde.
Der Karneval in der DDR, zunächst geduldet, war eine nicht gerade stille Opposition, mit der sich staatliche Institutionen zunehmend befassten. Das Ergebnis: Als Volkskunstkollektivewurden die Karnevalsklubs in die staatliche Kulturpolitik integriert und Standards gesetzt. Gleichwohl wurde der organisierte Karneval damit fast zu einer Massenbewegung: Karnevalisten konnten nun gerechte und eindeutige Regeln für ihre Tätigkeit fordern sowie die Existenz ihrer Klubs sichern. Einfallsreich meisterten sie es, Konflikte mit den Behörden auszutragen oder auch mal (scheinbar) nachzugeben. Sie unterstützten sich gegenseitig, konzentrierten sich auf ihr "Hobby" und begeisterten das Publikum.

Comments